Fischer-Random-Schach

Der Unterschied zum traditionellen Schach besteht beim Fischer Random Schach in der Startaufstellung.
Während alle Figuren wie gewohnt ziehen, und die Bauern auf der zweiten Reihe bleiben, werden
die Positionen der Offiziere ausgelost. Dabei gibt es einige Regeln, die zum Beispiel garantieren, daß
jeder einen weiß- und einen schwarzfeldrigen Läufer bekommt. Um die Chancengleichheit beider Seiten
zu wahren, erhält Schwarz die spiegelbildliche Grundstellung. Eine wichtige Nuance, die die von Ex-Welt-
meister
Bobby Fischer entwickelte Variant vom Shuffle Chess unterscheidet, ist das Rochade-Recht.
Egal, wo König und Türme zu Beginn stehen, wenn sich eine Partei zur Rochade entschließt, finden die
beiden Figuren ihren vertrauen Platz: Bei der so genannten "a-Rochade" der Turm auf d1 (d8) und der
König auf c1 (c8). Bei der h_rochade der Turm auf f1 (f8) und der König auf g1 (g8). Die Rochade
mutet manchmal seltsam an, weil beispielsweise der Monarch nur von e1 nach g1 zieht, während der bereits
in der Grundstellung dort plazierte Turm schon auf f1 steht. Ansonsten sind aber die üblichen Rochade-
Regeln zu beachten: Wenn König oder Turm bereits gezogen haben, ist sie nicht mehr gestattet. Oder
auch die Rochade des Königs über ein bedrohtes Feld bleibt verboten.

Was bezweckte Fischer mit seiner Erfindung? Bei der Auslosung der Grundstellung gibt es 960 verschiedene
mögliche Anordnungen. Nur bei der einen bekannten des traditionellen Schachs nutzt einem die Eröffnungs-
theorie. Genau deren Bedeutung wollte der 58-Jährige minimieren, damit nicht die besser vorbereitete
Variante gewinnt, sondern der stärkere Spieler. Vom ersten Zug an müssen beide Akteure eigene Strategien
entwickeln, ohne Denkschablonen benutzen zu können.

Bei den Frankfurter Chess Classics 2000 trug der deutsche Spitzenspieler Artur Jussupow ein Duell gegen
das Programm Fritz on Primergy in der oben beschriebenen Form aus. Die Maschine gewann mit 2:0